Emmi

- Ein Königreich für ein' Pudel!

 

 

Larissa schreibt:

 

Ein Resumé der ersten Wochen

Endlich ist sie da! Erschöpft aber glücklich sitze ich im Auto und halte Emmi auf meinem Schoß. Mein Freund fährt in ein neues (altes) Leben mit Hund, ab nun sind wir zu dritt. Lang ersehnt kommt Emmi nach einem sehr anstrengenden Lebensabschnitt zu mir und es ist als würden wir uns schon ewig kennen - von Anfang an. Auch Fabian kann es nach der ersten vergangenen Woche nicht glauben, dass sie so kurz erst bei uns ist. Es herrscht Normalität mit Hund.

Natürlich ist es für den Welpen eine riesen Anstrengung in die Großstadt umzuziehen, so dass wir die ersten Tage „nur“ auf einer Wiese mit kleinem Radius einen ausgelassenen Hund erleben, ansonsten meistert sie die neuen Eindrücke gelassen und zurückhaltend (lärmende Straßenbahn, lärmende Autos, lärmende, aufdringliche Betrunkene etc., -zig Hunde, die an uns vorbeigehen, ohne dass sie sich für Emmi interessieren). Die Erkenntnis, dass sich die Welt nicht um das Pudelbaby dreht, ist neu.

 

 

Apropos... vielleicht dreht sich die Welt doch um den Pudel? Schon am zweiten Tag wurden wir von einer Werbe- und Designfotografin angesprochen, ob wir nicht Lust auf ein Fotoshooting hätten, sie würde gern ein Portrait von Emmi machen und ein wenig üben, da sie Tierportraits in ihr Portfolio aufnehmen möchte. Natürlich nutzen wir gleich die Gelegenheit und üben unsererseits, Autofahren, Fotoshooting mit einer Fremden und vieles mehr ...

 

 

Natürlich ist Stadt für das Welpenbaby anstrengend, es gibt keine „Nur ein schneller Piesler im Garten“;  höchstens den Hund auf den Arm und rausgetragen, wobei man sich von den Leuten kritisch beäugt fühlt und allerlei Kommentare über sich ergehen lassen muss „ja, warum tragen sie denn den Hund, kann der nicht laufen...?“ gehört dabei zur netten Variante. In der Stadt kann der Hund gar nicht anders, als den ganzen Tag zu lernen und zu trainieren ... bzw. läuft das Training nebenbei ... (und schwups ein Unwetter, doch noch schnell in die U-Bahn gehuscht … ach, das wollten wir doch erst üben ... naja Hauptsache ein paar Leckerlis gefressen, weil man sooo brav einfach einsteigt). Die wichtigste Lektion des Junghundes trainiert Emmi auch immer nebenbei. Dabei sein und Ruhe geben. Sei es im Café, auf der Wiese, auf der ich ein Buch lesen mag oder am Kletterfelsen. Da wird das Welpenbaby einfach mal am Busch angebunden und pudelt vor sich hin und schläft zufrieden, nach dem Motto „dabei sein ist alles“.

Welpenbaby, ja welches Welpenbaby 6 (oder gar 7?) Wochen ist das her und nun schon gar kein Baby mehr. Schnell werden die „ich-trag-sie-lieber-die-Treppe-runter-Kuscheleinheiten" eine Seltenheit und zeugen von einer vergangenen kurzen Episode. Der kleine, süße Welpe ist ein Junghund geworden und das ganz schön schnell. Aber nicht zu schnell. Auch wenn ich mir die ersten Wochen 1000 x anstrengender vorgestellt habe, ist es schön, dass Emmi sich schnell weiterentwickelt. Sie besitzt laut meiner Hundetrainerin einen äußerst taffen (= robust & nicht empfindlich) Charakter, da kann sich jeder ihrer Jadghundwelpen in der Welpengruppe eine Scheibe abschneiden. Was haben die alle gejammert in der ersten Stunde, als sie mal ein paar Minuten einfach nur brav neben Frauchen oder Herrchen liegen sollten. Für mich ist es mit Emmi sehr einfach; überall werden wir bestaunt, wie gut dieser Welpe schon folgt ... ich denk mir dabei oft „Jaja, die Flegel-Zeit wird schon noch kommen.“. Dazu will ich sagen, dass ich mit Emmi sehr konsequent umgehe und ihr es auch deshalb einfach fällt sich anzupassen. Beispielsweise musste anfängliches Waden-Zwicken und Gekläffe bei starkem Erregungszustand konsequent unterbunden werden. Mittlerweile wird aus dem „Bergpudel“ (wir setzen uns hohe Ziele), wie wir auf dem Hundeplatz schon genannt werden, ein echter Streberpudel. Es ist wunderbar, für Ihre Eingewöhnung so viel Zeit zu haben und mit ihr auf Tour zu sein (der Pudel, der Mini (Auto) und ich), so dass mittlerweile auch Autofahren kein Problem mehr ist. Die ersten Wochen durfte man kein Leckerchen zu viel gegeben haben vor der Fahrt, sonst kam es wieder hoch, es war ihr einfach schlecht. Mittlerweile steigt sie schon selbst ins Auto ein (Katzensprung unter den Beifahrersitz des Mini). Auch Alleinsein wurde von Anfang an gut aufgebaut und ist (toi toi toi) gar kein Problem. Derzeit sind wir bei 2,5 Stunden - da geht man und der Pudel legt sich nach Verzehr der Knabberei hin und schläft. Auch wenn Emmi wahrscheinlich nie tagsüber regulär alleine in der Wohnung bleiben muss, sollte jeder Hund das Alleinsein ordentlich lernen und verkraften können.

Ich könnte ewig weiterschreiben, über diesen wunderbaren seelenverwandten Hund, der jetzt endlich da ist.

18. Juli 2017 Larissa und Emmi haben uns besucht

Unglaublich, wie bewegend so ein Wiedersehen sein kann!

Wir haben einen wunderschönen Tag verbracht mit interessanten Gesprächen, einem Spaziergang und Infos rund ums Schneiden und Scheren. 

 

Emmi hat sich zu einem tollen Junghund entwickelt, der sehr nervenstark an neue Situationen geht, die angemessene Ruhe zeigt und

 bereits eine sehr gute Grunderziehung genossen hat.

 

September 2017

Mittlerweile ist Emmi eine routinierte Großstadthündin. Sie geht wunderbar an der Leine, ist stets abrufbar und begleitet Larissa bei ihrer Tätigkeit als Tierärztin. Hier ist Emmi nicht nur das Warten in fremden Räumen und im Auto gewöhnt, sondern darf auch mit raus zu Rindern und Schweinen. Das geht natürlich nur, wenn sich der Hund perfekt ablegen lässt und warten kann. Bravo Larissa und Emmi - ich bin stolz auf euch! In der Freizeit probieren die beiden schon die verschiedensten Hundesportarten aus, wie z. B. Mantrailing.

 

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